Sandregister mit verschiedenen Sandproben

Hilfsmittel

Behälter jeglicher Art dienen dem Transport. Je nach Anspruch können hierfür exemplarisch Klippverschlussbeutel genutzt werden, die einfach zu verschließen sind, sich jedoch je nach Hersteller auch gelegentlich wieder öffnen können, sollten Sandkörner in die Klippstanzung geraten. Das Schnippen gegen diese Verunreinigungen mit dem Finger reinigt in der Regel die Nut. Klippverschlussbeutel gibt es auch mit Beschriftungsfeldern. Überhaupt eignen sich jegliche Art von Tüten, ob Frühstücks- oder Gefrierbeutel, Taschentücher- oder Einkaufstüten, aber auch Dosen jeglicher Art, wie die Film-, Pillen- oder Brotdosen. Überhaupt sollte die Verwendung des Behälters eine Frage der Sandmenge sein, die man gedenkt zu transportieren sowie die Sicherheit, dass diese Behältnisse sicher verschlossen sind und mit einer Beschriftung versehen werden können, bzw. in die ein Beschriftungszettel gelegt werden kann. Vorsicht ist immer bei nassen Sanden geraten, weil das sich im Behälter sammelnde Wasser durch die nicht luftdichten Verschlüsse entweichen kann. Dies kann zur Folge haben, dass man nicht nur einen nassen Rucksack bekommt, sondern auch, dass die Fundortbeschreibung auf Etiketten verschwimmt oder  Knowhow-Sammeln-BEhälterunleserlich wird und damit die Probe schlimmstenfalls unbrauchbar wird. Bleistifte haben sich hier als am geeignetsten bewährt. Ein weiterer Punkt ist die Transportfähigkeit des Behälters. Glasflaschen und manche Hartplastikflaschen  sind aufgrund der Zerbrechlichkeit denkbar ungeeignet. Gewöhnliche Getränkeflaschen aus Plastik dagegen sind flexibel, eindrückbar und zudem auch in einer angenehmen Größe erhältlich. Die ½ Literflasche Wasser bietet auf Sommertouren darüber hinaus (vor der Befüllung mit Sand) auch eine Erfrischung. Sollte mal kein brauchbarer Behälter vorhanden oder die Tüten ausgegangen sein, haben beim Autor auch schon mal die Socken als „Sandtüte“ herhalten müssen.

Knowhow-Sammeln-Oberdecke1Jeder Sammler hat für die Feldarbeit natürlich auch ein kleines oder großes Equipment mit. Beim Zufälligen aufsammeln während des sonntäglichen Spazierganges wird dies möglicherweise nur aus zwei Händen und einer in der Hosentasche stets mitgeführte Tüte sein. Im Urlaub oder gezielten Sammeltouren haben sich dagegen einige Werkzeuge als nützlich erwiesen. In erster Linie sollen die erwähnt Knowhow-Sammeln-Oberdecke2sein, die sich auf das Sammeln von Lockersedimente beschränken, weil die Behandlung von hartem Gestein in der entsprechenden Literatur hinlänglich beschrieben ist.

Eine kleine Schaufel erleichtert das Abfüllen unabhängig des Entnahmeorts und erspart schmutzige Hände. Mit einer mittelgroßen Knowhow-Sammeln-Oberdecke3Schaufel ist es auch möglich Anspülungen von den Oberdecken zu entnehmen oder die obere Schicht erodiertem Materials zum Beispiel einer Halde oder Berghanges. Ein Kratz- oder Streichblech mit leichter Wölbung kann bei ebenem Gelände noch filigraner eingesetzt werden und vereinfacht die Aufnahme des Sandes. Plastikstücke oder Pflanzenteile wie Rinden usw. können ebenfalls eine Notlösung Knowhow-Sammeln-Oberdecke4sein, wenn es um das Aufnehmen von obere Schichten geht, wie typischerweise bei Schwermineralseifen oder Foraminiferen- oder Moluskenanspülungen. Ein Käsemesser bietet ähnliche Möglichkeiten, hat aber aufgrund seiner starren Abzugsfläche den Nachteil, dass schlechter auf die Unebenheiten der Anreicherung reagiert werden kann, die sich der unebenen Strandoberfläche anpasst.

Knowhow-Sammeln-Magnetscheidung

Der Magnet ist für die Kontrolle vorhandener magnetischer Bestandteile eines Sandes unentbehrlich. Dabei eignen sich am besten Magnete, die in einem nicht leitenden Gehäuse stecken und so das Loslösen des magnetischen Sandes vereinfachen. Hierfür eignen sich aber auch Magneten, die in einer Tüte vor haften bleibenden Körnern geschützt sind. Die Scheidung von magnetischen Sanden (meist Magnetit) aus „normalen“ Quarzsanden ermöglicht die Anreicherung zu den beliebten Konzentrationen. Scheidungsmagnete sind im Goldwaschhandel erhältlich, Gewöhnliche im Laborbedarf oder einfach auch aus alten Maschinen zu entnehmen (Magnetspindeln).

Siebe sind vor allem dann unumgänglich, wenn das vorliegende Strandmaterial kiesig oder verunreinigt ist. Pflanzenteile, Zigarettenstummel oder andere Verschmutzungen des Sandes können durch das Sieben gleich entfernt werden. Auch an Fundorten, deren Körnungen auf dem ersten Blick keinen Sand hergeben, kann das Heraussieben grober Körner zu schönen Proben führen. Hier sollte natürlich die Maschenweite die Obergrenze von 2 mm für Sand eingehalten werden, wenn das Grobmaterial nicht erst bei der Aufbereitung der Probe zu einem späteren Zeitpunkt entfernt wird. Es gibt nichts schlimmeres, als Tauschproben zu erhalten, die mehr Kies sind als Sand beinhalten (zum Beispiel aus Bergflüssen oder der kroatischen Küste). Einfache Haushaltsiebe sollten keine zu kleine Maschenweite haben, weil damit die Sandfraktion der Probe verfälscht wird. Um nicht schwere, metallische Siebe im Flugzeug zu transportieren hat sich auch der Eigenbau aus Kunststoffbehältern bewährt. Praktischerweise sind stapelbare Wurstdosen einfach mit einem Standardbohrer von 2 mm oder ergänzenden Größen zu leichten, flexiblen Sieben umzufunktionieren. Darüber hinaus eignen sich diese Dose auch, um zerbrechliche Funde, wie Seeigelgehäuse, sicher zu transportieren.

FOTO: Sammelbild Industriesiebe, NL-Siebe, Selbstgebastelte usw

Besteht nicht die Gelegenheit, vom Fundort große Mengen Material mitzunehmen, um hieraus bestimmte Auslesen zu fertigen, ist man gezwungen, diese Bestandteile vor Ort zu sondieren. Eine Pinzette ist dabei ein sehr dienliches Gerät. Zwar eignen sie sich nur bedingt für die Aufnahme von zerbrechlichen Kleintieren, wie Foraminiferen, aber mit einer sorgsamen Handhabung ist dies zumindest bei größeren Tieren möglich. Bei der Entnahme von mineralischen Körnern dagegen Knowhow-Sammeln-Auslesekonnte der Autor bei langwierigen Strandaufenthalten auch schon mal eine Menge einer Mikromountfüllung von einzelnen, bestimmten Körner zusammentragen. Granate oder Olivine können so separiert werden. Und wo gibt es mehr davon, als am Fundort selbst? Der zeitliche Aufwand sollte dabei allerdings nicht unterschätzt werden. Die Auslese vor Ort ist insofern vorteilhaft, als das dort so viel Material ausgelesen werden kann, wie es der Bedarf erfordert oder die Zeit erlaubt. Der Ärger ist groß, wenn erst bei der Aufbereitung zu Hause festgestellt werden muss, dass das mitgebrachte Material nicht die gewünschte Anzahl an Auslesen ermöglicht.

Bei der Wahl der Pinzetten sollte darauf geachtet werden, dass sie möglichst spitz zuläuft, jedoch noch so kantig ist, dass ein Abrutschen des aufgenommen Objektes vermieden werden kann. Kosmetische Pinzetten gibt es auch mit LED-Lampen und können die Lichtverhältnisse beim Auslesen verbessern. Dentistische, chirurgische oder Laborpinzetten sind auch in gebogenen Formen erhältlich und sehr oft recht fein und spitz. Hier lohnt sich vielleicht ein Blick auf dem Flohmarkt, weil neue Geräte im Fachhandel (Laborbedarf) sehr teuer sein können.

FOTO: Sammelbild Verschiedene Pinzetten und Lupen

Sand von unbekanntem Gelände zu sammeln, weckt auch die Neugier nach dem Inhalt, der in dem Sand gefunden wurde. Während der Feldarbeit sollte daher eine Lupe nicht fehlen, um einen ersten Eindruck vom Sandinhalt zu erhalten, der später unter dem Mikroskop zu erwarten ist. Ist ein besonderer Inhalt entdeckt, kann vor Ort die Entscheidung getroffen werden, für Auslesen mehr Menge zu entnehmen oder gleich auszulesen.

Es gibt eine Vielzahl von Lupen, die sich in Bauart, Material und Vergrößerung unterscheiden.  Für eine erste Betrachtung bieten sich Lupen mit einer Vergrößerung von 8x, 10x oder 20x an. Manche Lupen kombinieren auch mehrere Vergrößerungen. Je höher der Vergrößerungsfaktor, desto detaillierter sind die Körner/Tiere erkennbar; je kleiner wird in der Regal aber auch das Sichtfeld wegen der kleiner werdenden Linsen. Qualitativ sind Metalllupen empfehlenswerter, weil das Verziehen von Kunststofflupen auch eine Beeinträchtigung der Optik mit sich bringen kann. Lupen mit eingebauten LED-Lampen können eine bessere Betrachtung ermöglichen, jedoch auch zu Farbverfälschungen führen. Die meisten Lupen passen in die Hosentasche und können stets mitgeführt werden. Das gilt auch für die 3fach vergrößernden Fadenzähler aus der Drucktechnik.

Knowhow-Sammeln-Waschkonzentrat02Die Anreicherung von mineralischen Sanden führt zu Konzentraten bestimmter Mineralien. Insbesondere gilt dies bei der Gewinnung von Schwermineralkonzentraten, die vor allem bei Goldwäschern entstehen. Abgesehen von der Scheidung magnetischer Körner erfordert das Anreichern anderer Schwerminerale das Waschen mit Goldwaschschüsseln oder –rinnen. Die Kunststoffschüsseln sind leicht einsetzbar und die erforderlichen Schwenkbewegungen führen schnell zum Erfolg, sofern entsprechendes Material in der Sandprobe enthalten ist. Das Anreichern erfolgt in der Regel mit Wasser, kann aber auch trockenem Knowhow-Sammeln-Waschkonzentrat01durchgeführt werden, weil sich die schwereren Bestandteile des Sandes immer am unteren Boden absetzten. Waschrinnen erfordern den Aufbau in einem Fluss oder anderen Wasserstrom; die Anreicherung erfolgt jedoch hier allein durch die Wasserkraft. Erhältlich sind die Goldwaschschüsseln und -rinnen in unterschiedlichen Farben im Goldwäscherbedarfshandel.

Landkarten, Reiseführer und GPS-Geräte sind weitere Hilfsmittel, die für das Sandsammeln hinsichtlich der Fundortbeschreibung von Bedeutung sind.

FOTO: Ausschnitt einer beschrifteten Detailkarte, Notizbuch?

Kratzhilfen und Probenstecher sind Hilfsmittel, mit denen gezielt Proben zum Beispiel an hohen Wänden genommen werden können. Eine Hohlstange in eine Sandwand gestochen kann den Sand direkt in eine Tüte fallen lassen. Ein Eimer, Becher oder ähnliches Gefäß mit angeschrägter Kante an einem Seil oder einer Angel/Stange kann an Hängen die Probeentnahme ermöglichen, wo ein normales Herankommen ebenfalls nicht möglich ist.

FOTO: Rolf Probenstecher lang an Sandwand